Kauzkästen


„Auf Malscher Gemarkung soll der Steinkauz wieder heimisch werden.“

Ausschlaggebend für diese Idee waren die Kartierungen im Zuge des Biodiversitäts-Checks in den Gemeinden Malsch, Mühlhausen und Rauenberg. Sie haben ergeben, dass die kleine Eule in Malsch bisher nicht brütet. Im südlich angrenzenden Mingolsheim hingegen sind Vorkommen im dortigen Streuobst bekannt. In einer Gemeinschaftsaktion wurden nun elf künstliche Nisthilfen beschafft und an geeigneten Bäumen in Malsch angebracht. Die Nähe zum benachbarten Vorkommen und die ähnliche Ausgestaltung der Lebensräume haben Frau Dr. Martens-Aly zu diesem Vorhaben bewogen. Zur Umsetzung konnte die Umweltbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands Rauenberg den Verein der Vogelfreunde Malsch gewinnen. Die Vereinsjugend übernahm das Aufhängen der künstlichen Röhren und wird zukünftig die Betreuung vor Ort sicherstellen. Die Malscher Vereinsmitglieder wiederum hatten sich zur Auswahl geeigneter Standorte mit Herbert Geitner vom Waldvogelverband aus Mingolsheim kurz geschlossen. Auf seine Erfahrungen mit der erfolgreichen Ansiedlung in der Nachbargemeinde wurde dankbar zurückgegriffen. Die Finanzierung des Projektes übernehmen die Gemeinde Malsch und die Naturschutzbehörde beim Rhein-Neckar-Kreis zu gleichen Teilen. Der Steinkauz ist eine Charakterart der Streuobstwiesen. In durch Fäule entstandenen Hohlräumen älterer Bäume erfolgt die Aufzucht der Brut, in den Wiesen macht er in der Dämmerung und des nachts Jagd auf Mäuse und Insekten. Seiner Lebensweise entsprechend wurden die Kunströhren deshalb dort angebracht, wo Baumgruppen an offene Wiesen angrenzen. Auf der Oberseite von waagerechten Ästen, da die Jungvögel vor dem Flüggewerden gerne kurze Spaziergänge unternehmen. Um die Chancen auf eine Ansiedlung zu erhöhen, wurden im südlichen Teil des Gemeindegebietes vier unterschiedliche Standorte ausgewählt. Die Mitwirkenden sind sich durchaus bewusst, dass ein positives Ergebnis ihrer Mühen auch Jahre auf sich warten lassen kann. Das Projekt der amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützer verfolgt zwei Ziele. Es stellt einerseits eine konkrete Maßnahme des Artenschutzes dar. Darüber hinaus möchten die Beteiligten aber auch auf die Bedeutung alter Streuobstbäume hinweisen. Nach dem Absterben bieten diese Lebensraum für Spechte, Sperlinge, Wildbienen und eben auch Steinkäuze und sollten nach Möglichkeit noch viele Jahre stehen bleiben. Eigentümer von Obstgrundstücken können durch den Erhalt und das Anpflanzen von hochstämmigen Ostbäumen einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz und das Landschaftsbild leisten. Das Malscher Steinkauz-Projekt hat Naturbegeisterte zusammengeführt und in Austausch gebracht. In Zukunft wird man gemeinsam beobachten und gespannt sein, ob die Steinkäuze aus Mingolsheim den Weg nach Malsch finden werden.

(aus der RNZ entnommen)

Arno Maier, 1. Vorsitzender